Tanztechnik versus Spass
An anderer Stelle wird mal wieder das Thema diskutiert, ob es nicht gut wäre, wenn Salsa Tanzlehrer mehr Technik unterrichten würden.
Mühe wird belohnt
Als ehemaliger Lateinturniertänzer ist man gedrillt und gequält worden, da es um Leistung ging. Wie sagte schon mal ein mir bekannter Mann? “Nur die gequälte Natur ist zu Höchstleistungen fähig…” Dieser Aussruch mag politisch sicher nicht ganz korrekt sein, aber trifft die Sache doch im Kern – nur wer sich abmüht (oft quält) wird Dinge erreichen, die andere mit Bewunderung bewerten…
Doch viele Salsatänzer möchten gar nicht gequält werden und alles locker und leicht erlernen und vorallem, sie möchten es nicht machen, um anderen zu gefallen. Aber geht das überhaupt, tänzerisches Können und Spass?
Wenn man talentiert ist – sicher! Was aber, wenn nicht? Dann hilft nur “sich quälen” oder sich mit dem abfinden, was man leisten kann oder eben mit dem Spass haben, was geht.
Viele Ansprüche
Die Warheit liegt sicher beim Betrachter. Jeder hat unterschiedliche Ansprüche – der/die eine mag saubere und präzise Schritte, der/die andere “sich keine Gedanken machen müssen beim tanzen”… Wenn man lange genug saubere und präzise Schritte übt, dann wird man irgendwann nicht mehr darüber nachdenken und der Spass kann maximal sein. Das ist also eine Folge harten und konsequentem Übens. Man hat quasi in die Zukunft investiert. Doch zu Anfang hat man vielleicht nicht viel Spass gehabt.
Schnell Spass und schnell wieder weg vom Salsa
Vielen geht es darum, möglichst schnell in die Salsa Szene aufgenommen zu werden. Es ist oft so in Gruppen, ob Tennis, Poker oder Hekelverein, wenn man von etwas begeistert ist, dann kann es nicht schnell genug gehen. Also hat man wenig Zeit und möchte möglichst viel in wenig Zeit erlernen. Das dies auf Kosten der Technik und vorallem der “Bewusstheit” geht, das ist vielen völlig egal. Erst spät kommt einigen die Erkenntnis, dass ein gewisses Maß an Technik von Vorteil ist. Unter Bewusstheit verstehe ich, dass man die Struktur von Salsa Liedern kennt, weiss wann sich Breaks oder Stopps ankündigen und diese auch vertanzt werden.
Doch diese “Schnelllerner” sind vielleicht 1-3 Jahre in der Szene und ….schwupp….wieder weg. Sie suchen sich etwas anderes, dass sie herausfordert – Paragliding, Karnevalstanz, Capoiera…
Fazit
Jeder muss für sich selber schauen, was er möchte, und was er dafür bereit ist zu investieren. Und jeder geht seinen individuellen Weg. Niemand kann den Weg eines anderen kopieren, denn oft wird dieser nicht mit Genugtuung erfüllt. Und so ist es schön, wenn ein Tanzlehrer verschiedene Ansprüche erfüllen kann. Das heisst ja nicht zwangsläufig, dass dies in EINEM Kurs realisiert werden muss, sondern es werden verschiedene Levels uns Ausrichtungen angeboten. So könnte man sich vorstellen einen Anfängerkurs für Langsamlernende anzubieten und im Gegenzug einen für solche, die schnell lernen. Es könnte ein Technikkurs angeboten werden, wo ausschließlich auf Basics eingegangen wird. Ebenso gibt es Kurse, wo nur Figuren vermittelt werden…