Aufwärmen und Dehnen

admin

Wir alle kennen das noch vom Sportunterricht – vor den eigentlichen Übungen wird aufgewärmt und gedehnt.

Doch wie sieht das im Salsatanzunterricht aus? Jeder macht es anders, die einen nutzen mindestens 25% ihrer Stunde (bei 60 Minuten z.B. 15 Minuten für das Aufwärmen), andere machen gar nichts und es wird sofort mit Figuren und Elmenten begonnen. Die einen lassen auf einem (manchmal nicht)Salsalied Grundschritte und Shines üben, andere bemühen Songs mit einschlägigem Rhythmus und es wird eine Art Aerobic betrieben. Und andere wiederum fangen mit Dehnübungen an. Ich lasse zu weilen auch mal meine Schüler einfach eintanzen und sage dann betont: “Bitte keine wilden Figuren! Lasst es langsam angehen.”

Was spricht gegen Aufwärmen und Dehnen im Salsaunterricht? Die kostbare Zeit soll nicht mit solchem “Schnick-Schnack” verplämpert werden, so meinen einige. “Schließlich bezahlt man ja nicht für solche Sachen. Man will ja möglichst viel in kurzer Zeit lernen…”, “Es geht doch um Salsa und nicht um Sport.”, “Ich will doch kein Turniertänzer werden.”, “Wenn ich lostanze, dann werde ich schon warm.”

So lauten einige Aussagen von Schülern, oder zumindest denken sie es sich ;-) Zum Teil verständlich, denn Tanzunterricht wird bezahlt und was einem nicht zwingend notwendig erscheint - darauf kann verzichtet werden.

Doch was spricht für das Aufwärmen und Dehnen? Im Ruhezustand sind Muskeln, Bindegewebe und Blutkapillaren schlecht durchblutet bzw. gar nicht (duch sog. Arterio-venöse Anastomosen kann Blut an bestimmten Kapillarabschnitten vorbeigeleitet werden, die gerade nicht allzuviel Blut benötigen, da in Ruhe). Muskeln sind wenig gedehnt und somit nicht zu größeren Bewegungen vorbereitet. Bänder und Sehnen sind nicht erwärmt und verursachen auch eine relativ schlechte Beweglichkeit.

Wenn nun plötzlich größere und schnellere Bewegungen ausgeführt werden sollen, dann kann es infolge mangelnder Erwärmung und Dehnung zu Muskelfaserrissen kommen, die sehr schmerzhaft sein können. Zudem werden bestimmte Bewegungen nicht ökonomisch getanzt und es wird zu viel Energie verschossen. Das Körpergewühl ist noch nicht völlig da und so mancher Misserfolg beim Ausführen einer Figur ist vorprogrammiert.

Sicher sind bei einem “Just for Fun” Tänzer andere Maßstäbe anzusetzen als bei einem Salsa-Nerd (Neudeutsch: Salsa-Verrückten). Und an dieser Stelle ist zu fragen, wie umfangreich so ein Aufwärmen und Dehnen sein sollte? Abhängig vom Wunsch der Schüler sollte dies meiner Meinung nach ermittelt werden. Wenn die Schüler gerne einen (nicht unerheblichen) Teil ihrer Stunde mit solchen Übungen verbringen möchte, dann sollte hier ein vernünftiges Programm durchgeführt werden – zuerst einfache Bewegungen (ggf. auf Musik), die sich in der Intensität steigern, dann Isolationsübungen und am Ende Dehnübungen. Innerhalb einer 1/4 Stunde sollte das zu bewerkstelligen sein. Hier kann man sicher auch Salsabewegungen (Grundschritte, Drehungen) mit einfließen lassen, die nicht zu schwer sind.

Möchte die Schüler eher weniger Aufwärmübungen machen, dann reicht ein leichtes Eintanzen mit Grundschritten und steigender Intensität und Komplexität der Bewegungen. Mit 5-6 Minuten sollte man da schon eine gute Erwärmung erreichen können.

Soll gänzlich auf Aufwärmen/Dehnen verzichtet werden, so ist das mit den Schülern zu klären und sie sind auf die Gefahren hinzuweisen, die auftreten können. Dann wird auf eigene Verantwortung getanzt.

Aufwärmen und Dehnen nicht als “Fremdkörper” stehen lassen. Weiterhin ist es wohl wichtig, den Schülern klar zu machen, dass Tanzen nicht eine “energielose” Angelegenheit ist, wo keine körperlichen Vorbereitungen von Nöten sind, sondern man bereitet seinen Körper auf die zu erlernenden und zu übenden Folgen und Elemente vor.

Wie seht ihr das Thema “Aufwärmen und Dehnen” beim Salsatanzunterricht?
Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?


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